01.06.2018

Wohngebäudeversicherung

Standard ist häufig zu wenig

Die meisten Eigenheimbesitzer in Deutschland lieben offenbar das Risiko. Diesen Verdacht legt zumindest eine Untersuchung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft nahe. Danach haben 15 Prozent der 12,8 Millionen Haushalte, die im Eigentum leben, für ihre Immobilie keine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen. 80 Prozent der Eigentümer verfügen über keine Elementarschadenversicherung.

Selbst, wer eine Police hat, sollte öfter einmal in seinen alten Vertrag schauen und ein aktuelles Vergleichsangebot einholen. Denn der Markt der Wohngebäudeversicherungen ist ständig in Bewegung: Neben einer Reihe von neuen Tarifen treten in der Praxis immer neue Sachverhalte und damit auch Deckungslücken auf. Den Überblick im Tarifdschungel zu behalten, ist jedoch schwer. Die Preise unterscheiden sich deutlich von Versicherer zu Versicherer. Je nach Anbieter kann der Leistungskatalog (inkl. Zusatzleistungen) erheblich variieren. Auch die Schadenregulierung ist ein Wettbewerbsfaktor.

Was leistet die Wohngebäudeversicherung?

Die klassische verbundene Wohngebäudeversicherung beinhaltet drei Einzelversicherungen. Diese decken die häufigsten Schadenursachen ab: Sturm und Hagel, Feuer durch Brand, Blitzschlag, Explosion und Implosion, Leitungswasser – nicht allerdings Elementarschäden.

Heute ein Muss: Versicherung gegen Elementarschäden

Im Zeitalter des Klimawandels nehmen Schäden durch extreme Naturereignisse wie Unwetter stark zu. Dabei muss es nicht mal ein Jahrhundertsturm oder ein Rekordhochwasser sein. Auch heftiger Regen oder Schneefall kann Keller unter Wasser setzen und Dächer zum Einsturz bringen. Die Folgekosten gehen in der Regel in die Tausende.

Die Elementarschadenversicherung deckt Schäden ab, die durch Überschwemmungen in Folge von Hochwasser und Starkregen, Schneedruck, Lawinen oder Erdbeben ausgelöst werden. Wie wichtig heute eine solche Versicherung ist, zeigt nicht zuletzt der Beschluss der Landesregierungen von Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Bayern, Rheinland-Pfalz und des Saarlandes: Wer sich gegen Elementarschäden versichern könnte und es nicht tut, erhält im Schadenfall keine staatliche Unterstützung!

Schauen Sie genau auf die Zusatzleistungen!

Neben dem reinen Ersatz von beschädigten Gebäudeteilen können weitere Kosten entstehen. Während sich die Tarife bei den klassischen Grundleistungen kaum voneinander unterscheiden, gibt es bei der Deckung von Folgeschäden eine breite Streuung. Einige Versicherer erbringen zwar z.B. hohe Leistungen bei Sachverständigenkosten oder Hotelunterbringung nach einem Totalschaden, ersetzen aber für Aufräum- und Abbruchkosten zu wenig oder gar nichts.

Unterversicherung kann teuer werden

Selbst Immobilienbesitzer mit Policen sind in vielen Fällen nicht ausreichend geschützt. Viele Eigentümer sind unterversichert. Denn der Wert ihrer Häuser ist mit den Jahren durch An- und Ausbauten sowie Modernisierungen gestiegen. Meist wurde jedoch vergessen, die Wohngebäude- und Elementarschadenversicherung entsprechend anzupassen. Im Schadensfall, auch bei kleineren Schäden, leistet der Versicherer dann in der Regel nur anteilig.

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