22.03.2019

Welches Haus passt zu mir?

Praktische Tipps für den Immobilienkauf

Immobilienfinanzierer und Zeitschriften geben in zahlreichen Tests vermeintliche Antworten auf die Frage „Welches Haus passt zu mir?“. Welche Kriterien helfen wirklich weiter und was gehört eher in den Bereich der Spekulation?

Manche Umfragen und Studien zäumen das Pferd von hinten auf und fragen, was das Haus über seinen Besitzer verrät. Dabei stehen bei der Entscheidung für einen Immobilientyp die Imagefaktoren eher ganz hinten auf der Liste. Es dominieren die rein praktischen Überlegungen, ob eher ein Reihenhaus, eine Doppelhaushälfte oder ein freistehendes Haus infrage kommt. Ein Kriterienkatalog kann die Entscheidungsfindung unterstützen:

  • Bewohner: Wie viele Menschen sollen im Objekt wohnen? Welche Ansprüche hat jeder einzelne Bewohner an Lage, Gestaltungsmöglichkeiten, Technische Standards und die Außenbereiche der Immobilie?
  • Lage: Wo soll die Immobilie liegen? Wie weit ist der Weg zu Arbeitsplatz? Wie sind die Verkehrsanbindungen? Stimmt die Infrastruktur der Wohnumgebung (Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Kindergärten, Behörden, Ärzte, Kultur)? Wer wohnt in direkter Nachbarschaft?
  • Gestaltungsmöglichkeiten: Welchen Einfluss möchte ich auf die Architektur nehmen? Soll es unbedingt ein freistehendes Haus sein? Wäre eine Eigentumswohnung eine Alternative? Was muss der Grundriss bieten, wie flexibel muss er sein? Wie wichtig sind mir schadstoffgeprüfte Baumaterialien und ein wohngesundes Klima?
  • Technische Standards: Welche Energiekennwerte soll die Immobilie mindestens erfüllen (Energiepass)? Welche elektrischen und kommunikationstechnischen Standards soll die Immobilie erfüllen (Breitband-Internet, Gebäudeautomation wie KNX oder EIB)?
  • Außenbereiche: Wie wichtig sind Balkon oder Terrasse? Muss die Immobilie einen Garten besitzen?
  • Budget: Welches Gesamtbudget steht zur Verfügung? Wie viel Eigenkapital ist vorhanden und wie wird finanziert?

Setzt man sich mit diesem Kriterienkatalog auseinander, wird man feststellen, dass es das richtige Haus für das ganze Leben nicht gibt. Ein bestimmter Haustyp ist immer nur für eine bestimmte Phase besonders gut geeignet. Von der Vorstellung, dass die Entscheidung für eine Immobilie „eine Entscheidung fürs Leben“ sei, sollte man sich also schnell verabschieden.

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